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Grundlagen

Fehlsichtigkeiten des Auges – welche Arten gibt es?

Warum manche Menschen in der Ferne, andere in der Nähe oder verzerrt sehen – und welche Korrekturmöglichkeiten es grundsätzlich gibt.

12 Min. LesezeitAllgemeiner Ratgeber · keine Diagnose
Augenlaser-Technologie als Symbol für unterschiedliche Fehlsichtigkeiten und Korrekturmöglichkeiten

Nicht jeder Mensch sieht aus demselben Grund unscharf. Je nachdem, wie Hornhaut, Linse und Augapfel zusammenarbeiten, können unterschiedliche Fehlsichtigkeiten entstehen. Zu den wichtigsten gehören Kurzsichtigkeit (Myopie), Weitsichtigkeit (Hyperopie), Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) und Alterssichtigkeit (Presbyopie). Mehrere dieser Fehlsichtigkeiten können gleichzeitig auftreten.

Das Wichtigste in KürzeVor dem Weiterlesen
  • Kurzsichtigkeit betrifft typischerweise vor allem die Ferne.
  • Weitsichtigkeit macht häufig das Sehen in der Nähe anstrengend, kann aber auch die Ferne beeinflussen.
  • Bei Astigmatismus erscheinen Bilder in Nähe und Ferne unscharf oder verzerrt.
  • Alterssichtigkeit ist eine altersbedingte Veränderung der natürlichen Linse und beginnt oft ab etwa 45 Jahren.
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Kurzsichtigkeit – Myopie

Bei einer Kurzsichtigkeit liegt der Brennpunkt des einfallenden Lichts vor der Netzhaut. Dinge in der Nähe werden meist gut erkannt, entfernte Objekte dagegen unscharf.

Typische Hinweise sind unscharfe Straßenschilder, Schwierigkeiten beim Fernsehen ohne Brille oder häufiges Zusammenkneifen der Augen. Korrigiert werden kann eine Myopie je nach Befund mit Brille, Kontaktlinsen, Augenlasern oder einem Linsenverfahren.

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Weitsichtigkeit – Hyperopie

Bei einer Weitsichtigkeit liegt der Brennpunkt theoretisch hinter der Netzhaut. Vor allem das Sehen im Nahbereich kann erschwert sein; bei stärkerer Ausprägung kann auch die Ferne beeinträchtigt sein.

Typische Beschwerden sind angestrengte Augen, Kopfschmerzen nach Naharbeit und unscharfes Sehen beim Lesen. Als Korrektur kommen Brille, Kontaktlinsen oder – bei geeigneten erwachsenen Patientinnen und Patienten – refraktive Behandlungen infrage.

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Hornhautverkrümmung – Astigmatismus

Bei einer Hornhautverkrümmung ist die Hornhaut oder – seltener – die Linse ungleichmäßig gekrümmt. Dadurch werden Lichtstrahlen nicht in einem klaren Brennpunkt gebündelt.

Die Folge kann ein unscharfes oder verzerrtes Bild in Nähe und Ferne sein; Linien oder Buchstaben wirken teilweise verzogen. Auch Astigmatismus kann mit Brille, Kontaktlinsen oder – je nach Befund – mit einer geeigneten Laser- oder Linsenbehandlung korrigiert werden.

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Alterssichtigkeit – Presbyopie

Die Alterssichtigkeit entsteht durch die natürliche Veränderung der Augenlinse im Laufe des Lebens. Die Linse wird weniger elastisch und kann sich nicht mehr so gut auf kurze Entfernungen einstellen.

Typische Anzeichen sind kleine Schrift, die nur mit größerem Abstand lesbar ist, müde Augen oder Kopfschmerzen bei längerer Naharbeit. Korrekturmöglichkeiten reichen von Lesebrille und Gleitsichtbrille bis zu bestimmten Linsenverfahren.

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Wenn mehrere Fehlsichtigkeiten gleichzeitig auftreten

Fehlsichtigkeiten treten nicht immer isoliert auf. So kann eine Person gleichzeitig kurzsichtig und astigmatisch sein; mit zunehmendem Alter kann zusätzlich eine Alterssichtigkeit hinzukommen.

Deshalb reicht die Angabe einer Dioptrienzahl allein nicht aus, um ein geeignetes Verfahren zu bestimmen. Für eine refraktive Behandlung werden Art und Stärke der Fehlsichtigkeit, Hornhaut, Augenoberfläche, Alter, natürliche Linse und Sehgewohnheiten gemeinsam beurteilt.

  • Kurzsichtigkeit = vor allem die Ferne unscharf
  • Weitsichtigkeit = häufig die Nähe unscharf
  • Astigmatismus = Ferne und Nähe können unscharf oder verzerrt erscheinen
  • Alterssichtigkeit = zunehmende Schwierigkeit beim Nahsehen
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Was bedeuten Dioptrien?

Dioptrien geben die Brechkraft einer Brille, Kontaktlinse oder optischen Korrektur an. Bei Kurzsichtigkeit werden meist Minus-Dioptrien angegeben, bei Weitsichtigkeit Plus-Dioptrien. Beim Astigmatismus kommt zusätzlich ein Zylinderwert hinzu; bei Alterssichtigkeit wird häufig eine Nahaddition benötigt.

Wichtig: Die Dioptrienzahl allein entscheidet nicht darüber, ob ein bestimmtes Augenlaser- oder Linsenverfahren möglich ist. Erst die umfassende Untersuchung des Auges zeigt, welche Behandlung individuell sinnvoll sein kann.

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Welche Behandlung passt zu welcher Fehlsichtigkeit?

Augenlasern wie Wavefront FEMTO-LASIK (i-LASIK) oder Trans-PRK kann bei geeigneter Hornhaut zur Korrektur von Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung eingesetzt werden. ReLEx SMILE / SMILE Pro wird besonders zur Korrektur von Kurzsichtigkeit und bestimmten Formen des Astigmatismus verwendet.

ICL-Linsen können vor allem bei stärkeren Fehlsichtigkeiten interessant sein, wenn Lasern nicht geeignet oder nicht gewünscht ist. Trifokale oder andere refraktive Linsenverfahren spielen vor allem dann eine Rolle, wenn zusätzlich eine ausgeprägte Alterssichtigkeit besteht. Welche Behandlung tatsächlich sinnvoll ist, lässt sich jedoch immer erst nach der individuellen Untersuchung beurteilen.

FAQ

Häufige Fragen zu diesem Thema

Ist Alterssichtigkeit dasselbe wie Weitsichtigkeit?

Nein. Weitsichtigkeit und Alterssichtigkeit haben unterschiedliche Ursachen. Alterssichtigkeit entsteht vor allem durch die altersbedingte Veränderung der natürlichen Linse.

Reichen meine Dioptrien aus, um die passende Methode zu bestimmen?

Nein. Für die Auswahl eines geeigneten Verfahrens sind zusätzlich Hornhaut, Augenoberfläche, Alter, natürliche Linse und persönliche Sehziele wichtig.

Kann ich mehrere Fehlsichtigkeiten gleichzeitig haben?

Ja. Kurzsichtigkeit, Astigmatismus und später zusätzlich Alterssichtigkeit können gleichzeitig auftreten.

Quellen & weiterführende Informationen

Für die medizinische Einordnung nutzen wir unter anderem Patienteninformationen von Fach- und Aufsichtsstellen sowie die bestehenden Erste-Wahl-Lasik-Inhalte. Die individuelle Beratung durch einen Augenarzt wird dadurch nicht ersetzt.

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Medizinischer Hinweis: Die Inhalte dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder individuelle Risikoaufklärung. Eignung und Behandlungsverfahren werden erst nach vollständiger augenärztlicher Diagnostik festgelegt.